Leitfaden
Überführung ins Herkunftsland
Leichenpass, Zinksarg, Konsulat, Flug, Kosten und Fonds: So läuft die Überführung eines Verstorbenen von Hamburg in die Türkei oder ein anderes Land.
Viele Familien lassen den Verstorbenen ins Herkunftsland überführen, meist in die Türkei. Der Weg ist eingespielt, dauert aber einige Tage und kostet ohne Fonds mehrere tausend Euro. Hier ist der Ablauf für Hamburg.
So läuft es
- Bestatter beauftragen. Ein muslimischer Bestatter mit Erfahrung in Überführungen übernimmt alles Weitere. Alle Hamburger Bestatter auf unserer Liste bieten Überführungen an.
- Sterbeurkunde beim Standesamt. Am besten die internationale, mehrsprachige Ausfertigung.
- Leichenpass beantragen. Zuständig für ganz Hamburg ist das Bezirksamt Wandsbek, Robert-Schuman-Brücke 8, 22041 Hamburg, Telefon +49 40 42881-3483, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8:30 bis 12:00 Uhr. Nötig sind Sterbeurkunde, der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung und die Einsargungserklärung des Bestatters. Gebühr 31 €, in der Regel ist der Pass am nächsten Werktag fertig. Der Antrag geht auch online mit BundID.
- Sarg mit Zinkeinlage. Für den Flugtransport verlangen Fluggesellschaften und Zielländer einen luftdicht verlöteten Zinksarg im Holzsarg. Die rituelle Waschung findet vorher in Hamburg statt, die Bestattung im Leichentuch dann im Zielland.
- Konsulat. Je nach Land bestätigt das Konsulat die Unterlagen. Das türkische Generalkonsulat Hamburg sitzt in der Tesdorpfstraße 18, 20148 Hamburg. Der Bestatter kennt den Ablauf.
- Flug. Der Bestatter bucht die Fracht, meist ab Hamburg oder Frankfurt. Ein Angehöriger kann den Verstorbenen begleiten. Im Zielland übernimmt ein Partnerbestatter oder die Gemeinde.
Kosten
Ohne Fonds kostet die Überführung in die Türkei ab Hamburg nach Angaben von Bestattern etwa 1.500 bis 2.700 €, je nach Flugpreis, Kühlung und Einbalsamierung. Dazu kommen Leichenpass (31 €), Sterbeurkunden und die Beisetzung im Zielland.
Mit Fonds: Wer Mitglied im DITIB-Bestattungsfonds, im VIKZ-Sterbefonds oder bei der UKBA (IGMG) ist, zahlt für die Überführung in der Regel nichts. Der Fonds übernimmt Transport, Formalitäten und oft ein Flugticket für eine Begleitperson. Grab und Beisetzung im Zielland sind meist nicht enthalten. Die Mitgliedschaft muss vor dem Todesfall bestehen. Alle Fonds mit Kontakt unter Vereine und Fonds.
Oder doch in Hamburg?
Immer mehr Familien entscheiden sich für die Bestattung in Hamburg. Die Gründe: Die Beisetzung kann innerhalb weniger Tage stattfinden, das Grab ist erreichbar, und die Bedingungen sind inzwischen religiös vertretbar: Bestattung ohne Sarg, Ausrichtung nach Mekka, Waschhaus auf dem Friedhof, dauerhafte Totenruhe durch den Staatsvertrag. Die Friedhöfe mit islamischen Grabfeldern stehen unter Friedhöfe in Hamburg.
Die Kosten sind Angaben von Bestattern, Stand 2026, ohne Gewähr. Lassen Sie sich vor der Beauftragung ein schriftliches Angebot geben.
Stand: 2026-09-02